15. Juli 2010
Gestern Abend wartete der Steppenwolf auf eine Mail von R., mit der er schon einige Zeit einen sehr vertrauten Briefwechsel führt. Immer wieder schaute er in sein Mailprogramm, drückte “Senden/ Empfangen”, aber es tat sich einfach nichts. Der Steppenwolf war darüber -wenn man es genau nimmt- enttäuscht und ging fast schon beleidigt ins Bett.
Als der Steppenwolf so da lag und sich ansah, warum er jetzt so drauf ist, kam ihm -und das war nicht schwer zu erkennen-, dass er nicht den Augenblick lebt, sondern in einer starken Erwartungshaltung. Er war auch ziemlich erstaunt, dass er wieder in ein solches Verhalten zurück gefallen war, denn er kann den Augenblick wirklich sehr gut leben. Um -wie in diesem Fall- die Erwartungshaltung verschwinden zu lassen, führte er sich vor Augen, dass bei R., die dem Steppenwolf sehr gerne schreibt, etwas dazwischen gekommen sein muss und deswegen nicht geschrieben hat. Schließlich kann er nicht davon ausgehen, dass sie den ganzen Abend vor dem Rechner sitzt, um darauf zu warten, mir antworten zu können. Un d mit dieser denke entspannte sich der Steppenwolf richtig und es wurde gut!
Aber es kam noch besser! Der Steppenwolf liest gerade Dan Millmans Buch “Der Pfad des friedvollen Kriegers” und ist gerade an der Stelle, an der der Hauptdarsteller Dan ebenfalls in der Erwartungshaltung lebt und sein Lehrer Socrates sich über ihn lustig macht, weil er so von seinen Erwartungen und Gedanken geprägt ist. Darüber musste der Steppenwolf erst lächeln und dann herzhaft lachen, weil er absolut wie Dan am Anfang dessen Entwicklung ist – wobei er sich nicht ausgelacht. sondern über sich gelacht hat. Danach war der Steppenwolf so richtig gut drauf und vermisste die Mail von R. gar nicht mehr!
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