25. Juni 2010
Der Steppenwolf gestern nach der Arbeit wieder in der U-Bahn unterwegs und konnte eine lieb-lose Situation beobachten.
Ein älterer, griesgrämig dreinschauender Mann saß auf einer Bank und wartete auf eine U-Bahn, als eine Frau mit einem jungen verspielten Hund an ihm vorbei gehen wollte. Der Hund freute sich (grundlos;-), sprang an dem Mann hoch und legte beide Pfoten auf das Bein des Mannes. Der Mann tickte völlig aus, stieß den Hund weg und schrie die Frau an. Es freute mich, dass die Frau völlig gelassen blieb, den Hund einfach weg zog und einfach ging. Der Mann regte sich so sehr auf, dass er einen hochroten Kopf bekam und dauernd seine Hose abwischte. “So ein blöder Hund…“, “…die Frau war völlig unmöglich…” und “…eigentlich sollte man sich die Reinigung der Hose zahlen lassen!” waren seine sehr verärgerten Aussagen, mit denen er den Menschen in seiner Umgebung, darunter auch mich, beglückte. Ich überlegte mir kurz, ob ich einen entsprechenden -passenden- Spruch ablassen sollte, aber entschied mich dagegen, da es reine Energieverschwendung gewesen wäre.
Der Mann bekam eine wunderbare Projektion von dem Hund, aber konnte sie nicht erkennen – wie auch, wenn die Liebe so ganz weg ist wie bei ihm! Der Steppenwolf bedauerte den Mann, denn er hatte das Gefühl, dass dieser Hund wohl eines der wenigen Lebewesen war, dass ihn vorbehaltlos Liebe entgegen gebracht hat.