Was ist Liebe? Eine persönliche Betrachtung (2)
Ich liebe Dich
Der Steppenwolf ist sehr sparsam viel zu lange mit dem Ausdruck “Ich liebe Dich” extrem sparsam umgegangen. Der Gedanke, es zu sagen (ja, wieder sein Kopf!), war ihm eher fremd, obwohl es sicher jeweils immer gestimmt hätte. Es kam ihm im Nachhinein betrachtet immer so vor, als würde er sich diesen Satz immer für eine besondere Person und eine besondere Gelegenheit aufsparen wollen. Als er in seine Gefühle zu A. genauer hinein spürte, merkte er, dass er sich richtig verliebt hatte und sie auch wirklich liebt. Diese wunderschöne Erkenntnis, mit der er A. aber nicht konfrontierte, denn sie hätte genauso wie der Steppenwolf, erst einmal gar nicht damit umgehen können.
Wieso wird “Ich liebe Dich” so selten gebraucht? Ok, die Amerikaner lieben alles und jeden und der Steppenwolf war so frei zu behaupten, dass die wenigsten Amerikaner wissen, was Liebe ist. Die Erkenntnis jetzt, dass diese Wertung völlig ungerecht fertigt war, denn ob Michael Jackson oder Barack Obama “I love you“ sagt ist völlig egal, denn für jeden ist es Liebe. Jeder Mensch liebt auf seine eigene Art und Weise und niemand kann sich ein Urteil darüber erlauben.
Bei Steppenwolf war es so, dass er es in der Vergangenheit viel zu selten gesagt hat. Es hat wohl immer gestimmt und wäre in diesem Moment immer richtig gewesen; genau in diesem Moment und entsprechend seiner Gefühlslage und seinem Entwicklungsstand.
Echte Liebe
Der “normale” Mensch wird sich sicher nicht oft die Frage stellen, ob seine Gefühle der Liebe echt sind und kommt sicher auch nicht darauf, es zu tun. Der Steppenwolf dagegen schon und das zeigt einen anderen Aspekt der “Liebe”. Steppenwolfs Thema war lange –so dachte er- das Thema “Ego” und er beschäftigte sich damit (bis ihm die Erkenntnis kam, dass das Ego kein eigenständiger Teil von ihm ist, sondern ganz er selber). Und im Hinblick auf die anderen Menschen und dem Ego, ist das, was sie als Liebe bezeichnen, oft auch eine Besetzung durch persönliche Entwicklung, Erfahrungen, Lebensumstände, Erwartungen und Ansprüchen geprägt – und ist nicht das Gefühl Liebe.
Beim Steppenwolf gab es dann einen Teil, der sich nicht damit abfinden konnte, seine Liebe zu leben mit A. zu leben. Diese für ihn empfundene Kränkung veranlasste ihn, sich ganz wie ein bockiges Kind zurück zu ziehen. Erst durch Selbstreflektion kam er darauf, dass er die Liebe A. gegenüber leben kann (und soll), denn der eigentliche Sinn der Liebe ist nicht die Objektbezogenheit, sondern das Gefühl an sich zu leben. Das war der erste Schritt, sich von diesem Teil seiner selbst zu verabschieden und als es dann im Bewusst-sein war, konnte er nur noch über sein Verhalten lächeln. Natürlich wollte er A. sehen und sich freuen, wenn er sie sieht.
Dann passierte etwas, was Steppenwolfs Kopf restlos zum Verstummen brachte. Als A. und er den teilweise gemeinsamen Heimweg antraten, saßen sie sich in der U-Bahn gegenüber und sahen sich zufällig in die Augen. In diesem Moment, der eine Ewigkeit dauerte, konnte er in A.s Augen ihre Seele sehen, die voller Liebe, Offenheit und Wärme war; er sah den wahren Menschen. Da wurde dem Steppenwolf bewusst, dass er wirklich tiefe Gefühle zu A. hat und sie spüren kann, auch wenn er daran gezweifelt hatte. In diesem wunderbaren Moment waren zwei Herzen in Liebe miteinander verbunden, wissend, dass es nur einen Weg für sie beide geben kann!
Was ist Liebe – ein kleines Fazit
Was ist Liebe? Liebe ist das Einfachste der Welt und zugleich das Schwerste. Es gibt keine allgemein gültige Aussage, was es für jeden einzelnen ist und verhält sich wie Kunst, die auch im Auge des Betrachters liegt. Die Liebe ist der Himmel und auch die Hölle; es ist Freude, aber auch Angst; zusammen-, aber auch getrennt sein; es sind Gefühle und Kälte; Wohlbefinden und Schmerzen; es ist so, wie wir sind, voller Gegensätze: eben schwierig und einfach zugleich! Liebe ist nicht zu beschreiben, auch wenn es der Steppenwolf versucht und es auch gar nicht schlecht geschafft hat. Es ist ein Gefühl und das Ureigenste, was der Mensch besitzt. Liebe gibt es ihn so vielen Ausprägungen und ist trotzdem ganz einfach!
Der Steppenwolf ist mit dem Artikel ganz zufrieden und ist erstaunt, wie umfangreich doch so ein paar Gedanken werden können!
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Das Nein in der Liebe
Apropos “Das Nein in der Liebe”. Dieses Buch empfehle ich immer wieder gerne, weil es alle Facetten der Liebe sehr tief und ausführlich behandelt, auch wenn es vom Schreibstil fast wie ein Fachbuch ist. Trotzdem uneingeschränkt lesenswert!
Steppenwolf |
25. Juli 2010 |
3 Kommentare |
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25. Juli 2010 08:30
Hübsch (be)(ge)schrieben.
Ich erfreue mich inzwischen lieber eine wahrhaft guten intimen Freundschaft, die ich fast gar nicht als Liebe bezeichnen mag. Weil jedermann Liebe mit allen Facetten meint, wenn er von Liebe spricht.
Die heiße Anfangsliebe will ich nicht mehr haben. So aufregend dieses Gefühl auch ist, so gemein weh tut es auch. Und in meinem Leben war eben diese Liebe viel zu oft einseitig. Entweder wollte ich nciht und enttäuschte oder sie wollten nicht und ich war enttäuscht und verletzt.
Selbst gegenseitige Liebe ist bislang (außer bei der derzeitigen “Einigung” einer respektvollen und liebevollen Freundschaft) immer auf dem Scheiterhaufen des Alltags verbrannt worden.
Aus diesem Grunde mag ich nicht mehr neu lieben. Weil es gemein schmerzt, zu nichts führt und nur unglücklich macht. Klingt traurig, ist es aber nicht. Es hält den Anderen glücklich. Und nach einer kurzen Zeit des Verwirrung auch mich.
Ich schreibe genau darüber, über mißhandelte, getötete und verunglückte Liebe mein zweites Buch. Ich habe es mit diesen Geschichten füllen können. Obwohl ich jedem Menschen eine erfüllte Liebe gönne. Ich schaue sie mir gern von draußen an und freue mich über ihr Glück, das sie durch Teilung vermehren können.
Mein Lebenszweck ist anders bestimmt. Das ist auch ok für mich.
25. Juli 2010 21:24
Hallo Steppenwolf,
Deine Artikel zu dem Thema waren sehr interessant.
Als Fazit muß es jeder selber herausfinden und dabei ehrlich zu sich selbst sein. Das scheint alles nicht einfach und leicht zu sein. Doch was ist im Leben schon einfach und leicht :-).
Liebe Grüße,
Morgenröte
26. Juli 2010 21:48
Hallo CaKeDo,
nicht mehr zu lieben würde ich als Selbstmord auf Raten bezeichnen. Zu lieben ist das Lebensziel des Menschen und wenn man enttäuscht wird, hat das Gründe bei einem selbst. Wenn man enttäuscht, dann bei seinem Gegenüber. Es sind die Lernaufgaben jedes einzelnen Menschen, die bei der Liebe hineinspielen, auch wenn es anders sein sollte.
Ich werde mal mehr über Dein zweites Buch lesen, denn es scheint sehr interessant zu werden. Mit “alle Facetten” meinte ich nämlich nicht, in welchen Ausprägungen der Liebe, sondern die Dinge, die bei einem von beiden (oder auch beiden) zwischen ihnen steht. Deswegen habe ich ja auch meine Beispiele angeführt.
Liebe Grüße,
Steppenwolf